Szenarien für Friedenseinsätze 2025

Internationale Friedenseinsätze haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Ihre Anzahl ist kontinuierlich gestiegen, ihre Aufgaben sind vielfältiger geworden, neue Akteure sind hinzugekommen, arbeitsteilige Partnerschaften zwischen internationalen Organisationen sind entstanden. Dass diese Evolution weitergehen wird, ist klar. Aber in welche Richtung werden sich „Peace Operations“ bewegen? Was sind Schlüsselfaktoren und mit welchen Konflikten werden wir uns in Zukunft konfrontiert sehen?


Ein Nachdenken über mögliche „Zukünfte“ ist für Entscheidungsträger in internationalen Organisationen und deren Mitgliedsstaaten enorm wichtig. Denn nur auf dieser Basis können die notwendigen Ressourcen, Instrumente und Strategien bereitgestellt werden, welche die Handlungsfähigkeit der internationalen Gemeinschaft in zukünftigen Konflikten und Krisen sicherstellen wird.

 

„Peace Operations 2025“ ist das Ergebnis einer Kooperation von ZIF und Z_punkt, einem führenden Beratungsunternehmen für strategische Zukunftsfragen. Über einen Zeitraum von anderthalb Jahren traf sich eine interdisziplinäre Gruppe von Praktikern und Wissenschaftlern zu drei Workshops auf drei Kontinenten, in Berlin, Addis Abeba und New York, um diese Fragen zu diskutieren. Am Ende dieses Prozesses stehen vier Szenarien zur Zukunft internationaler Friedenseinsätze:


Naturgemäß bieten diese vier Szenarien noch keine unmittelbaren Handlungsoptionen; sie sollen die weitere Debatte befruchten. Das ZIF wird die „Peace Operations 2025“ mit verschiedenen internationalen Organisationen und Mitgliedsstaaten diskutieren, um konkrete Empfehlungen und Umsetzungsstrategien zu erarbeiten.

Warum Szenarien?

Szenarien können als lebhafte Bilder der Zukunft verstanden werden, die uns helfen, die Entwicklung eines Themengebiets bessern zu verstehen und vorzustellen. Szenarioprozesse sind aus verschiedenen Gründen ein nützliches Werkzeug – gerade in einem so komplexen Feld wie Friedenseinsätze mit seiner enormen Vielfalt an Faktoren, Akteuren und Interessen.


Erstens, Szenarien entstehen aus der gemeinsamen Arbeit einer Gruppe von Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen. Dieser Ansatz vereinigt unterschiedliche Blickwinkel zu einem integrierten Bild und produziert so unerwartete und innovative Visionen der Zukunft.

Zweitens, Szenario-Prozesse identifizieren Schlüsselfaktoren für die Evolution eines gegebenen Feldes und unterscheiden zwischen solchen, die von den Akteuren beeinflussbar sind und solchen, die als gegeben akzeptiert werden müssen. Dadurch schärfen sie den Blick für realistische Handlungsoptionen.

Drittens, Szenarien stellen zwar keine Vorhersagen dar, sie erlauben aber einen Panoramablick auf die „evolutionäre Landschaft“ eines Fachbereichs, sie zeigen mehr oder weniger wünschenswerte Versionen der Zukunft und mögliche Wege dorthin. So fördern sie ein Nachdenken sowohl über eigene Präferenzen als auch über die Notwendigkeit der strategischen Planung für unterschiedliche Eventualitäten.

 

Szenarien an sich liefern noch keine Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger. Sie erlauben es ihnen aber, über die Zukunft und Handlungsmöglichkeiten auf eine strukturierte Art und Weise nachzudenken.