Entwaffnung, Demobilisierung, Reintegration

Die Entwaffnung und Demobilisierung von Ex-Kombattanten ist eine wichtige Voraussetzung, um das Wiederaufflammen von Gewalthandlungen zu verhindern und ein sicheres Umfeld für den Prozess der Friedenskonsolidierung (Peacebuilding) zu schaffen.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben deutlich gezeigt, dass Entwaffnung und Demobilisierung erst in Kombination mit Reintegrationsmaßnahmen Bestand haben. Die Wiedereingliederung von Ex-Kombattanten in ihr familiäres und soziales Umfeld sowie in zivile Arbeitsstrukturen ist eine äußerst komplexe Aufgabe. Es sind eine Reihe von politischen, ökonomischen, sozialen und psychologischen Faktoren zu berücksichtigen, die nur schwer zu beeinflussen sind. Rehabilitationsmaßnahmen als vorbereitender Schritt für die Reintegration sind zu einem weiteren Schlüsselelement geworden (DDRR).

Federführend bei Entwaffnung und Demobilisierung ist in der Regel die militärische Komponente der Friedensmission. Sie wird dabei von zivilem Personal und Polizei unterstützt. Die Rehabilitation und Reintegration dagegen ist eine Aufgabe des zivilen Personals in enger Zusammenarbeit mit lokalen Einrichtungen und internationalen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit.

DDR ist eng mit Maßnahmen im Tätigkeitsfeld Infrastruktur und Wirtschaft verbunden.

Mögliche Aufgaben und Maßnahmen

  • Planung und Durchführung infrastruktureller Maßnahmen zur vorübergehenden Unterbringung und Versorgung von Kombattanten
  • Registrierung von Ex-Kombattanten, Erfassung von Information, die für die Reintegration relevant ist
  • Beobachtung der Entwaffnung und Demobilisierung
  • Beobachtung und Analyse der sozialen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für die Reintegration
  • Organisation und Durchführung von Informationskampagnen
  • Maßnahmen zur Verteilung von Wiedereingliederungshilfe
  • Konzeption und Einrichtung von Umschulungs- und Ausbildungsangeboten
  • Einrichtung von Beratungsstellen
  • Unterstützung bei der Arbeitssuche
  • Medizinische und psychologische Betreuung

Stand: Oktober 2008