Für die Akzeptanz eines internationalen Friedenseinsatzes in der Bevölkerung ist entscheidend, dass zweierlei so schnell wie möglich gewährleistet wird: ein Mindestmaß an öffentlicher Sicherheit und Ordnung sowie die Grundversorgung der Bevölkerung. Verkehrswege, Krankenhäuser und andere Infrastruktureinrichtungen müssen ebenso wie die Versorgung mit Wasser, Energie, Wohnraum und Lebensmitteln wiederhergestellt werden. Diese Aufgabe ist nur durch ein enges und koordiniertes Vorgehen der zivilen und militärischen Akteure des Friedenseinsatzes mit den lokalen Kräften und den zahlreichen internationalen Nichtregierungsorganisationen und Hilfseinrichtungen zu bewältigen.
Auch den längerfristigen Wiederaufbau von Infrastruktur und Wirtschaft schaffen Postkonflikt-Gesellschaften selten aus eigener Kraft. Gezielte Maßnahmen der Wirtschaftsförderung sind deswegen notwendig. Sie können innerhalb (siehe zum Beispiel den so genannten Pfeiler IV von UNMIK im Kosovo) oder außerhalb des Einsatzes erfolgen. Das Spektrum an möglichen Maßnahmen ist weit und umfasst beispielsweise Programme zur Modernisierung von Industriezweigen, Investitionen in den landwirtschaftlichen und privaten Sektor, Förderung der Klein- und Mittelstandswirtschaft, Kreditprogramme und die Förderung der Außenwirtschaftsbeziehungen.
Obwohl diese Maßnahmen weit über das übliche Aufgabenprofil eines Friedenseinsatzes hinausreichen, ist dennoch eine Berücksichtigung dieses Bereichs schon bei Beginn des Friedenseinsatzes wichtig.
Stand: Oktober 2008