Für den gezielten und schnellen Einsatz von qualifizierten Zivileinsatzkräften ist es erforderlich, eine ausreichende Reserve entsprechender Kandidatinnen und Kandidaten bereit zu halten. Das Auswärtige Amt (AA) hat in der Vergangenheit verschiedene Pools für zivile Einsatzkräfte in Friedens- oder Wahlbeobachtungsmissionen geführt. Das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) hat diese nach seiner Gründung 2002 übernommen und in einen Pool (ZIF-Expertenpool) zusammengeführt.
Der Expertenpool des ZIF umfasst derzeit ca. 1000 Personen. Abgedeckt wird das breite Spektrum an Fach- und Führungskräften, für das Bedarf In internationalen Missionen besteht. Der Aufbau und die Pflege des Expertenpools sind eine wichtige Aufgabe des Zentrums. Unter anderem wird der Expertenpool für statistische und Bedarfszwecke nach Fachrichtungen, Altersstruktur, Geschlecht, etc. regelmäßig ausgewertet.
In den Expertenpool kann aufgenommen werden, wer die Voraussetzungen erfüllt, mindestens einen ZIF-Kurs erfolgreich absolviert hat (siehe zum Thema Assessment die Ausführungen in den Bereichen Bewerbung und Training) und danach grundsätzlich mindestens ein Jahr lang für einen längerfristigen Einsatz In Friedensmissionen (mindestens 6-12 Monate Dauer) und/oder Wahlbeobachtungsmissionen (Kurzzeit 7-14 Tage oder Langzeit 6-8 Wochen) nach konkreter Absprache einsatzfähig ist. Das ZIF behält sich vor, ein einem Bewerbungsverfahren im Einzelfall über die Aufnahme in den Expertenpool zu entscheiden (siehe die Ausführungen im Bereich Bewerbung). Über die Aufnahme von Personen, die keinen Trainingskurs beim ZIF gemacht haben, aber eine gleichwertige Qualifikation nachweisen können, wird von Fall zu Fall entschieden.
Es besteht weder ein Anspruch auf Teilnahme an einem ZIF-Trainingskurs, noch auf Aufnahme in den Expertenpool (oder eine bestimmte Einsatzform, für Kurzzeiteinsätze und/oder Langzeitfeldeinsätze), noch auf eine Vermittlung oder Unterstützung bei der Bewerbung für einen Friedenseinsatz, noch auf einen Verbleib im Expertenpool. Die/der Bewerberin/Bewerber ist nicht verpflichtet, an einem Trainingskurs teilzunehmen, oder an einem konkreten internationalen Friedenseinsatz teilzunehmen.
Werden Bewerber/innen nicht in den ZIF-Expertenpool aufgenommen, werden dessen Daten aus der ZIF database gelöscht. Das ZIF kann darüber hinaus eine/n in dem Expertenpool befindliche/-n Expertin/en jederzeit ohne Begründung entfernen, den Expertenstatus beenden und die Daten in der ZIFdatabase löschen. In folgenden Fällen wird das ZIF eine Entfernung in der Regel vornehmen, wobei diese Aufzählung keine abschließende Aufzählung darstellt und auch keine Festlegung der Qualität der Entfernungsgründe, da eine Entfernung auch grundlos möglich ist:
Wir bitten um Verständnis dafür, dass das ZIF und Auswärtiges Amt strenge Maßstäbe bei Auswahl, Ausbildung, Vermittlung, Unterstützung und Verbleib von Expertinnen und Experten im Pool anlegen müssen. Mit ihrer Arbeit in Missionen und ihren internationalen Kontakten tragen die Einsatzkräfte Verantwortung, Indem sie das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland sowie in internationalen Organisationen mitprägen. Wir bitten auch um Verständnis, dass in der Regel die internationalen Einsätze erheblichen Einfluss auf die internationalen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland haben und sowohl für die Belange der inneren und äußeren Sicherheit bedeutsam sind als auch in militärischer Hinsicht und Sicherheitshinsicht (öffentliche Sicherheit und Ordnung) - unter anderem deshalb ist regelmäßig ein überwiegendes berechtigtes Interesse an der Geheimhaltung der Einzelheiten anzunehmen.
Entsprechend der jeweiligen Rekrutierungsverfahren der internationalen Organisationen und deren Anforderungen können sich insbesondere die Mitglieder des Expertenpools für eine bestimmte Tätigkeit einer Mission oder für Kurzfristtätigkeiten wie z.B. Wahlbeobachtungen bewerben, oder werden u.a. anhand ihrer im Pool gespeicherten Daten und Verfügbarkeit vorgeschlagen. Die letztendliche Auswahl der Einsatzkräfte trifft die jeweilige internationale Organisation. Das ZIF organisiert das Bewerbungsverfahren in enger Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt oder unterstützt aus seinem Expertenpool Kandidatinnen und Kandidaten für eine Stelle in einer Mission oder größere kurzfristige Entsendungen (z.B. Wahlbeobachtergruppe). Das ZIF verfolgt dafür aufmerksam aktuelle Vakanzen und die Nachfrageentwicklung allgemein, Personalanforderungen werden insbesondere von internationalen Organisationen wie der OSZE, EU und der UN Ober das Auswärtige Amt - oder vom AA direkt - an das ZIF gerichtet.
Häufig bemühen sich zivile Fachkräfte selbst um einen Posten in einer Mission. Abhängig vom jeweiligen Bewerbungs- und Rekrutierungsverfahren der Internationalen Organisation (Sekundierung oder Direktbewerbung), dem jeweiligen Einzelfall und den vorliegenden Qualifikationen, Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen kann das ZIF in Absprache mit dem Auswärtigen Amt Bewerbungen unterstützen.
Der ZIF-Expertenpool wird durch eine speziell für die Aufgaben des ZIF entsprechend der Anforderungen der internationalen Organisationen entwickelte, webbasierte Datenbank unterstützt. Sie ermöglicht dem Bereich Human Resources die Weiterleitung von aktuellen Stellenanforderungen/Vakanzen, sowie die gezielte Suche nach Fach- und Führungskräften. Um zu gewährleisten, dass Adressdaten und weitere wichtige Informationen, wie zum Beispiel die Verfügbarkeit, immer aktuell sind, haben die Mitglieder des Expertenpools ständig Zugriff ihre Daten. Sie werden außerdem vom System regelmäßig zur Aktualisierung ihrer Angaben aufgefordert.
Mitglieder des Expertenpools haben des Weiteren die Möglichkeit, sich in den Mitgliederbereich der ZIF¬ Webseiten einzuloggen. Das ZIF nutzt diesen Bereich, um die Mitglieder über wichtige Ereignisse und Vorgänge sowie Stellenausschreibungen zu Informieren. Im Sinne einer Informationsbörse haben Mitglieder die Möglichkeit, hier Kurznachrichten einzustellen.
Stand: Oktober 2011