Kontext
Innerstaatliche Konflikte und der Zusammenbruch von Staaten ("State Failure") zählen gegenwärtig zu den größten globalen Sicherheitsbedrohungen. Dies belegen Daten zu aktuellen Konflikttrends. Die Stabilisierung und der Wiederaufbau von Postkonfliktländern und fragilen Staaten sind zur zentralen Herausforderung für die internationale Gemeinschaft geworden.
Friedenseinsätze sind eines der meistgenutzten Instrumente des Krisenmanagements und haben in den letzten zehn Jahren an Anzahl und Komplexität zugenommen. Zur Zeit engagieren sich UN und EU in 29 Friedenseinsätzen. Hinzu kommen 10 UN Peacebuilding-Einsätze und Präsenzen unter Leitung des Department of Political Affairs (DPA), 11 Friedenseinsätze durch Regionalorganisationen oder einzelne Staaten sowie diverse Formen der Feldpräsenz der OSZE (vgl. World Map Crisis Prevention and Peace Operations 2011).
Die gegenwärtigen Anforderungen an Krisenprävention und -management gehen erheblich über die zur Verfügung stehenden finanziellen und personellen Ressourcen hinaus. Eine Abnahme an Konflikten ist in den nächsten Jahren jedoch kaum zu erwarten. Die gemischte Erfolgsbilanz von Friedenseinsätzen verdeutlicht gleichzeitig die Notwendigkeit der konzeptionellen Weiterentwicklung unter Einbeziehung von Lehren der Vergangenheit.
Bei den notwendigen Reformprozessen für glaubwürdige, effiziente und zukunftsfähige Friedenseinsätze sind vor allem die Mitgliedstaaten der verschiedenen internationalen Organisationen gefordert. In der aktuellen Debatte sind drei Themenfelder zentral: die Festlegung operativer Standards, Reformen im Personalbereich und die Verbesserung von Training und Ausrüstung (vgl. auch ZIF Policy Briefing: Zukunft für das Peacekeeping). Deutschland verfügt – unter anderem durch die Etablierung des ZIF – über Erfahrungen, die wichtige Beiträge und Impulse zu Gestaltung und Umsetzung von Reformen ermöglichen.
Die Bundesregierung hat in ihrer Koalitionsvereinbarung die Bedeutung internationaler Einsätze betont, um krisenhaften Entwicklungen frühzeitig entgegenzusteuern und bei Ausbruch von Konflikten schnell und verlässlich zu handeln. Im Rahmen der vernetzten Sicherheit erfordert dies angemessene militärische, polizeiliche und zivile Fähigkeiten und Instrumente, sowohl in Deutschland als auch weltweit.
Diesen außenpolitischen Schwerpunkt greift das Projekt auf. Ziel ist es, einen sichtbaren Beitrag zur Weiterentwicklung und Verbesserung globalen Krisenmanagements mittels moderner Instrumente und Methoden zu leisten. Das Projekt tut dies unter Mitarbeit aller drei Arbeitsbereiche des ZIF.
Konzeptionell-strategisch geschieht dies durch die Mitwirkung in internationalen Foren, durch eigene Konferenzen sowie Trendforschung und Szenarienentwicklung zur Zukunft von Friedenseinsätzen. Dies bereitet die Grundlage für die beratende Funktion des ZIF in der deutschen sowie internationalen Debatte.
Ferner gilt es den Übergang von einer reaktiven zu einer aktiven Personalpolitik mitzugestalten. Auf operativer Ebene geschieht dies durch den Ausbau und die weitere Vernetzung in den Bereichen Rekrutierung/Headhunting und Training (u.a. Vernetzung von Trainingskapazitäten und Mentoring beim Aufbau nationaler Trainingskapazitäten in Drittstaaten).
Ausgewählte Aktivitäten im Rahmen des Projekts