Von 2007 bis Ende 2009 führte das ZIF ein von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) gefördertes Forschungsprojekt durch zum Thema Ansätze, Erfahrungen und Erfolgsbedingungen von Local Ownership in Peacebuilding-Prozessen in Failed States. Eine empirische Untersuchung am Beispiel der Friedenseinsätze im Kosovo (UNMIK) und in Liberia (UNMIL).
Gewaltsame Staatszerfallsprozesse sind eine der grundlegenden Sicherheitsbedrohungen des 21. Jahrhunderts. Die Stabilisierung und der Wiederaufbau so genannter „Failed States“ stellen die Konfliktbearbeitungskapazitäten der internationalen Gemeinschaft vor große und in weiten Teilen neue Herausforderungen. Zentrale Fragestellung für Politikwissenschaft und Friedensforschung ist daher, wie Friedensordnungen in Failed States dauerhaft aufgebaut werden können.
Erfolgreiches und nachhaltiges Peacebuilding ist jedoch ein für Praktiker ebenso wie Wissenschaftlicher in vielen Fragen nach wie vor ungelöstes Problem. Das gilt in besonderem Maße für die praktische Umsetzung von Local Ownership. Es besteht Einigkeit, dass eine unzureichende empirische Kenntnis der strukturellen Probleme dieser Umsetzung ein maßgeblicher Grund für die unbefriedigende Erfolgsbilanz des Peacebuilding ist:
Die zentralen, forschungsleitenden Fragen des Projektes lauten daher:
Erkenntnisse darüber, wie Local Ownership in der Praxis konkret gehandhabt wird, werden mittels eines induktiven, qualitativen Ansatzes am Beispiel von zwei multidimensionalen Friedenseinsätzen, UNMIK (United Nations Interim Administration Mission in Kosovo) und UNMIL (United Nations Mission in Liberia) untersucht. Die beiden Fälle werden vergleichend analysiert, um verallgemeinerbare Aussagen zu ermöglichen. Des Weiteren wurden aus forschungsökonomischen Gründen jeweils zwei Kernbereiche dieser Einsätze ausgewählt, die für die Frage des Local Ownership und für eine nachhaltige Stabilisierung staatlicher Strukturen im Rahmen des Peacebuilding als besonders aussagekräftig gelten: Rule of Law (Rechtsstaatlichkeit) und Elections (Wahlen).
Neben einer Reihe von Workshops und Expertenseminaren wurden 2007 und 2008 insgesamt sechs Forschungsreisen in beide Länder unternommen und mehr als 100 internationale und lokale Akteure befragt.
Workshops und Experten-Seminare
Publikationen
Stand: August 2011