Trainingsphilosophie


Mit unseren Kursen möchten wir den Teilnehmenden ein realistisches Bild von der Arbeit in einem Friedenseinsatz vermitteln und sie befähigen, mit den Herausforderungen in einem Einsatz umzugehen.
 
Oft ist ein landes- und einsatzspezifisches Training unmittelbar vor dem Einsatz (Pre-Deployment Training) nicht möglich, da sehr kurzfristig entsendet wird. Im Einsatz ist die Zeit für eine umfangreiche Einarbeitung oder „kulturelle Akklimatisierung“ meist sehr kurz, da direkt nach der Ankunft volle Einsatzfähigkeit erwartet wird.

Die Aufgabe von ZIF-Training ist es daher, zivile Experten bestmöglich auf diesen „Sprung ins kalte Wasser“ vorzubereiten und sie dabei zu unterstützen, Kompetenzen zu entwickeln und auszubauen, damit sie ihre Arbeit im Einsatzland effektiv ausführen können. Zwar verfügen alle Teilnehmenden bereits über fachliche Expertise und bringen diese in die Kurse ein, doch setzt die Arbeit in einem Friedens- oder Wahlbeobachtungseinsatz darüber hinaus umfangreiche Kompetenzen voraus, die in jedem Einsatz benötigt und von jedem zivilen Missionsmitglied gefordert sind. So kann die Arbeit in einem Friedenseinsatz nur erfolgreich sein, wenn sie von Prinzipien wie Do-no-harm; Local Ownership (partizipativer Ansatz); Gender Awareness; Vernetztes Handeln sowie Duty of Care und Self Care geleitet ist.

Mit anderen Worten, die Tätigkeit in einem internationalen Friedenseinsatz erfordert in der Regel erheblich mehr Engagement, Energie, und Vorverständnis, als vielen Teilnehmenden vor ihrem ersten Einsatz bewusst ist. Darüber hinaus ist es wichtig, sich der eigenen Möglichkeiten und Grenzen bewusst zu werden. Die ZIF-Kurse leisten einen Beitrag dazu, dieses Bewusstsein zu schärfen und den Teilnehmenden vermeidbare negative Erfahrungen im Feld zu ersparen. Die einzusetzenden Experten sollen dazu zur Reflexion angeregt werden und zu prüfen, inwieweit sie sich für einen Einsatz, und wenn ja für welche Art von Einsatz sie sich geeignet halten.

Um in relativ kurzer Zeit eine recht heterogene Gruppe von Experten auf unterschiedliche Einsatzszenarien und Aufgaben vorzubereiten, arbeitet das Trainingsteam mit dem sogenannten Kompetenzmodell. Neben der fachlichen Kompetenz beschreibt dies auch persönliche, methodologische und soziale Kompetenzen als wichtige Elemente internationaler Zusammenarbeit. Der richtige Einsatz dieser Kompetenzen wird dabei von der Haltung als zentralem Steuerinstrument beeinflusst, auf die wiederum durch Stärkung der Einzelkompetenzen positiver Einfluss genommen werden kann.

Assessment deutscher Teilnehmender für die Aufnahme in den ZIF-Expertenpool

Die Grund- und Kurzzeit-Wahlbeobachtungskurse des ZIF sollen einerseits auf Friedens- und Wahlbeobachtungseinsätze vorbereiten. Gleichzeitig jedoch dienen sie als Instrument zur Beurteilung der Eignung von Bewerberinnen und Bewerbern für den ZIF-Expertenpool.

Während des Kurses lernen die ZIF-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Teilnehmenden genauer kennen und können so ihre Team- und Kommunikationsfähigkeit, ihre sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen sowie ihre Motivation und Belastbarkeit besser einschätzen. Diese Eigenschaften können bei einer rein schriftlichen Bewerbung nur unzureichend beurteilt werden. Die Teilnahme an dem ZIF Grundkurs oder dem ZIF Kurs für Kurzzeitwahlbeobachter bedeutet somit nicht zwangsläufig die Aufnahme in den ZIF-Expertenpool oder die Zulassung zu einem Einsatz (weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren finden Sie hier).