Zum Zeitpunkt einer Kursteilnahme steht in der Regel noch nicht fest, ob, wann und wo eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer später zum Einsatz kommen wird. Dieser Ungewissheit hat das ZIF bei der Entwicklung des Curriculums für den Grundkurs Rechnung getragen und das Lernprogramm bewusst sehr breit angelegt. Es orientiert sich an den Trainingsstandards der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Vereinten Nationen (VN) und der Europäischen Union (EU).
Der enge zeitliche Rahmen von zwei Wochen erfordert eine ausgewogene Balance aller Themenkomplexe. Einige Inhalte sind jedoch so umfassend, dass sie in den wenigen zur Verfügung stehenden Stunden nicht umfassend behandelt werden können. Ein Ziel der ZIF Kurse ist es daher, das Bewusstsein der Teilnehmenden für diese Themen zu schärfen und zum weiterführenden Selbststudium anzuregen - insbesondere im Vorfeld einer möglichen Entsendung. Zudem erhalten alle Teilnehmenden eine "elektronische Bibliothek" in Form eines USB-Sticks mit weiterführenden Texten, Handbüchern und umfassenden aktuellen Informationen zu allen im Kurs behandelten Themenbereichen.
Wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Tätigkeit in internationalen Friedenseinsätzen ist die Beherrschung sogenannter "Soft Skills" in den Bereichen Interkulturelle Kommunikation, Konfliktmanagement, Verhandlungsführung und Mediation, Arbeit mit Dolmetschern, Stressmanagement und Gender. Diese Themen ziehen sich somit wie ein roter Faden durch den gesamten Grundkurs.
Der zweiwöchige Grundkurs vermittelt den Teilnehmenden ein allgemeines Verständnis über die Geschichte und Entwicklung internationaler Friedenseinsätze, Strukturen und Mechanismen internationaler Organisationen sowie den völkerrechtlichen Rahmen für die Entstehung von Mandaten und Einsätzen.
Beiträge von deutschen und internationalen Missionsmitgliedern in aktuellen Friedenseinsätzen geben den Teilnehmenden Einblick in die alltägliche Arbeit ziviler Experten vor Ort. ZIF Kurse zeichnen sich insbesondere durch ein hohes Maß an einsatzrelevanten, praktischen Übungen aus.
Besonderes Augenmerk legt das ZIF hierbei auf das Sicherheitstraining. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei Nordrhein-Westfalen werden Teilnehmende zur Gefahrenerkennung und Risikovermeidung sensibilisiert. Im Rahmen eines dreitägigen Trainingsmoduls im VN-Ausbildungszentrum der Bundeswehr in Hammelburg werden den Teilnehmenden praktische Kenntnisse zum Verhalten bei Minengefahr, Orientierung und Kommunikation im Feld sowie Sicherheit in komplexen Gefahrensituationen (Geiselnahme, Checkpoints) vermittelt. Abgerundet wird das Sicherheitsmodul durch ein Fahrtraining mit besonderem Fokus auf den Umgang mit Geländewagen und Fahren in schwierigem Terrain.
Themenbereiche Grundkurs
Für nähere Informationen über dieses Kursangebot, einschließlich Terminen, Kursgebühren und Bewerbungsprozess, konsultieren Sie bitte unseren Kursüberblick.
Stand: 1. Dezember 2010