Generelles Ziel der ZIF-Kurse ist es, den Teilnehmenden ein realistisches Bild von der Arbeit in einem Friedenseinsatz zu vermitteln und sie auf den Umgang mit Problemen vorzubereiten, mit denen sie in diesen Einsätzen konfrontiert werden können. Ein Training unmittelbar vor dem Einsatz (Pre-Mission Training) ist aufgrund der Kurzfristigkeit der Einsatztätigkeit meist nicht möglich. Nach Ankunft im Einsatzgebiet wird von den Fachleuten nach einer kurzen Einführung sogleich ihre volle Mitarbeit erwartet - Zeit für eine wirkliche Einarbeitung oder „kulturelle Akklimatisierung" gibt es in den wenigsten Fällen.
Aufgabe der Trainings muss es daher sein, potentielle Bewerberinnen und Bewerber im Vorfeld eines möglichen Einsatzes zu trainieren und sie bestmöglich auf diesen "Sprung ins kalte Wasser" vorzubereiten. Die Tätigkeit in einer Mission fordert in der Regel erheblich mehr Engagement und Energie, als vielen Teilnehmenden vor ihrem ersten Einsatz bewusst ist. Die ZIF-Kurse sollen einen Beitrag dazu leisten, dieses Bewusstsein zu schärfen und den Teilnehmenden vermeidbare negative Erfahrungen im Feld zu ersparen. Sie sollen des Weiteren dazu angeregt werden, zu reflektieren und zu prüfen, inwieweit sie sich selbst für einen Einsatz geeignet halten.
Während die Teilnehmenden bereits über fachliche Expertise verfügen und diese in die Kurse einbringen, erfordert die Arbeit in einem Friedens- oder Wahlbeobachtungseinsatz darüber hinaus universelle Qualifikationen und Kenntnisse, die in jedem Einsatz benötigt und von jedem zivilen Missionsmitglied gefordert sind.
Die Grund- und Kurzzeit-Wahlbeobachtungskurse des ZIF dienen neben der Vorbereitung auf Friedens- und Wahlbeobachtungseinsätze als Instrument zur Beurteilung (Assessment) von Bewerberinnen und Bewerbern hinsichtlich ihrer Eignung für den Expertenpool des ZIF. Sie bieten einen guten Rahmen, um die Kursteilnehmenden genauer kennen zu lernen und zum Beispiel unter anderem ihre Team- und Kommunikationsfähigkeit, Sprachfähigkeiten, sowie Motivation, Belastbarkeit, Selbständigkeit, interkulturelle Kompetenz einzuschätzen. Denn diese Eigenschaften sind anhand einer schriftlichen Bewerbung wesentlich schwieriger bis gar nicht zu beurteilen. Die Teilnahme an einem Trainingskurs bedeutet somit nicht zwangsläufig die Aufnahme in den Expertenpool des ZIF oder Zulassung zu einem Einsatz (für das Bewerbungsverfahren/Assessment siehe ausführlich unter Bewerbung).
Stand: Oktober 2011