Impressionen aus dem Pilottraining "First Aid in the Field"

Fotos: ZIF / Tillmann

12.09.2018

Vom 20. bis 23. August hatte das ZIF nach Berlin geladen, um in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr einen Pilotkurs First Aid in the Field zu "testen". In unserer neuen Rolle als Arbeitgeber ziviler Fachkräfte in Friedenseinsätzen stehen wir auch in der Verantwortung, deutsches ziviles Personal auf alle Eventualitäten vorzubereiten. In den letzten Jahren lagen die Einsatzorte unserer Expert/innen immer mehr auch in Hochrisikogebieten. Um in Notfällen die richtigen Handgriffe und Hilfeleistungen tätigen zu können, haben wir von der Erfahrung der Bundeswehr profitiert und gemeinsam ein Training konzipiert, das nun Premiere hatte. 10 Expertinnen und Experten reisten nach Berlin, darunter auch einige aus Missionen, andere kurz vor ihrer Ausreise. Eine von ihnen hat einen kleinen Erfahrungsbericht geschrieben:

"'Kein Blut – keine Wunden' stelle ich auf die Innenflächen meiner Hände blickend fest. An einer Rettungspuppe übe ich, wie ein schwer verletzter Mensch auf lebensgefährliche Blutungen untersucht wird. Nach mehreren Durchläufen und mit geduldigem Soufflieren der Trainer habe ich das Ablaufschema der Erstuntersuchung verinnerlicht. Ein medizinischer Laie wie ich bin damit der beste Beweis dafür, dass jeder Erste Hilfe leisten kann. Und das gilt auch für eine Hochkrisenregion wie die Ostukraine – mein nächstes Einsatzgebiet. Auch wenn die Lage vor Ort unübersichtlich und gute medizinische Versorgung weit entfernt liegen – so gibt es doch verblüffend einfache Methoden um Leben zu retten. Die Trainer zeigen uns an vielen eindrücklichen Beispielen wie mit minimalen Ressourcen Verletzte bis zur Einlieferung ins Krankenhaus versorgt werden können. Es ist immer besser zu handeln als nichts zu tun, versichern uns die Trainer unermüdlich. Ich nehme mir fest vor in meinem neuen Einsatzgebiet nie mehr ohne Tourniquet los zu ziehen – denn erste Hilfe traue ich mir jetzt zu."

Wir werten den Kurs nun gemeinsam mit allen Teilnehmenden aus, feilen weiter und hoffen, ihn dann in unser reguläres Kursprogramm aufnehmen zu können.