Tag des Peacekeepers 2018: drei zivile Experten ausgezeichnet

Alle Fotos: René Bertrand/BMI, ZIF

26.06.2018

Am Dienstag, den 26. Juni, wurde der Tag des Peacekeepers gefeiert. Mit dieser Veranstaltung, ausgerichtet vom Auswärtigen Amt, dem Verteidigungsministerium und dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, würdigt die Bundesregierung jedes Jahr deutsches Personal in internationalen Friedenseinsätzen. Ausgezeichnet werden an diesem Tag jeweils drei zivile Expert/innen, drei Polizist/innen und drei Soldat/innen - stellvertretend für über 3000 Deutsche in Friedensmissionen weltweit.

Dieses Jahr hatte das Bundesinnenministerium eingeladen. Staatssekretär Dr. Helmut Teichmann eröffnete die Veranstaltung und hob hervor, dass insbesondere deutsche Polizei in UN-Friedenseinsätzen hoch angesehen sei. Hohes Ziel der Friedenseinsätze sei, das Entstehen von Krisen zu verhindern und Konflikte einzudämmen. Dabei seien Zivile, Polizei und Militär aufeinander angewiesen.

Staatssekretär Andreas Michaelis aus dem Auswärtigen Amt dankte den anwesenden "Friedenshütern", die an ihren weltweiten Arbeitsplätzen "Global Player" seien. Ihr Engagement habe mit zur erfolgreichen Kandidatur Deutschlands für den UN-Sicherheitsrat beigetragen, hob er hervor. Peacekeeping sei heute eine überparteiliche Aufgabe und als integraler Bestandteil der deutschen Außenpolitik anerkannt. Er blicke mit Spannung und Hoffnung auch auf die zivile GSVP (Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik) der EU.

Staatssekretär Dr. Peter Tauber erinnerte an den Auftrag des Grundgesetzes, dem Bekenntnis zu Frieden und Menschenrechten, den es anzunehmen und umzusetzen gelte. Der Frieden in Europa seit dem zweiten Weltkrieg sei eine "starke Geschichte" und grundlegende Erfahrung, die Europäer anzubieten hätten. Darauf könne man nicht nur stolz sein, sondern müsse auch der Welt Wissen und Tatkraft für Frieden anbieten.

Dieter Wehe, Vorsitzender der Bund-Länder-Arbeitsgruppe "Internationale Polizeimissionen", moderierte eine Gesprächsrunde mit den neun ausgezeichneten deutschen Peacekeepern. Vor allem im Bereich Mediation und Verhandlungsführung hätten die Deutschen etwas anzubieten, so seine Einschätzung.

Herta Eckert, zivile Beobachterin bei der OSCE Special Monitoring Mission in der Ukraine, berichtete, dass das vernetzte Handeln im Feld hilfreich sei. "Wir schöpfen aus den unterschiedlichen Perspektiven, die in der Mission zusammenkommen", sagte sie, und beschrieb, dass dies auch dabei helfe, lokale Waffenstillstände auszuhandeln, um beispielsweise Infrastruktur zu reparieren.

Als Richter für die UN-Mission MONUSCO in der DR Kongo, u.a. auch in Goma und Katanga, sei es wichtig gewesen, so der zivile Experte Matthias Plum, Pläne anzubieten und gemeinsam weiterzuentwickeln - etwa im Bereich Strafverfolgung - statt reaktiv zu warten, bis Beratung angefragt werde.

Michaela Ragg, als Beraterin für die EU-Mission EUCAP Sahel in Niger tätig, schätzte das Ansehen der Mission vor Ort als gut ein, aber monierte, dass die Vielzahl der Akteure im Land noch besser koordiniert werden könne.

Die weiteren Geehrten:

Hauptmann Carolin Kiefer, Einsatzkontingent Ausbildungsunterstützung Nordirak

Oberfeldwebel Theresa Lindloff, Einsatzkontingent Counter DAESH

Obermaat Christian Pink, EUNAVFOR MED Operation Sophia

Polizeidirektor Thomas Gütlein, EULEX Kosovo

Polizeihauptmeisterin Tamara Pfeuffer, GPPT Afghanistan

Polizeihauptkommissarin Martina Störmer, MINUSMA

Die Staatssekretäre übergaben zum Abschluss der Veranstaltung die Auszeichnung jeweils an die drei Zivilen, Polizeikräfte und Soldat/innen.

Der Tag des Peacekeepers wurde 2013 von ZIF und Auswärtigem Amt ins Leben gerufen, um im Sinne des vernetzten Ansatzes deutsches Einsatzpersonal mit und ohne Uniform für ihre Arbeit international zu würdigen. Seitdem wird dieser Tag von den drei beteiligten Ministerien im Wechsel ausgerichtet. 

Weitere Meldungen zum Thema:

Zur Rede von Staatssekretär Michaelis beim Festakt.

Zur Meldung des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Zur Meldung des Bundesministeriums der Verteidigung.