SMM Ukraine: Virtuelles Kontingenttreffen

25.06.2020

Die Corona-Pandemie hat auch die Missionsbesuche von ZIF und Auswärtigem Amt bis auf weiteres unmöglich gemacht. Deshalb fand nun das erste virtuelle Kontingenttreffen statt: mit den Sekundierten der OSZE-Sonderbeobachtungsmission in der Ukraine (SMM). Auch die SMM musste ihre Arbeit auf Corona-Bedingungen ausrichten. Sie fuhr ihre Außenkontakte zurück und schickte auch die besonders gefährdeten Missionsmitarbeiter in Heimarbeit, im Missionsjargon: Telecommuting (Fernpendeln).

In den letzten Monaten waren fünf deutsche Sekundierte durchgängig im Konfliktgebiet in der Ostukraine im Einsatz, weitere in Kiew, an anderen Standorten der Mission oder auch in Deutschland im Home Office. Gegenwärtig kehren sie an ihre Einsatzorte zurück. Angesichts der Belastungen der letzten Monate beeindruckte die hohe Motivation und Zufriedenheit der Sekundierten, die vor Ort verblieben sind, ganz besonders.

Das virtuelle Format gab allen Beteiligten die Gelegenheit, sich zu den Erfahrungen und Herausforderungen auszutauschen, die die Pandemie für die jeweiligen Arbeits- und Lebenssituationen mit sich brachte (und weiterhin bringen wird). Dabei konnte auch der eine oder andere Tipp für die Rückkehr ins Missionsgebiet geteilt werden.

Derzeit hat die SMM rund 1300 Angehörige, davon rund 800 internationale Beobachterinnen und Beobachter, in ihrer Mehrzahl in der Ostukraine. Die SMM beobachtet die militärische und menschliche Sicherheit an der Kontaktlinie zwischen den Konfliktparteien und berichtet darüber. Die zivile Beobachtungsmission wurde erstmals im März 2014 auf Anfrage der ukrainischen Regierung und im Konsens aller 57 Teilnehmerstaaten der OSZE mandatiert. Deutschland trägt mit 13 Mio. Euro zum Budget der Mission bei und ist mit rund 40 Sekundierten auch einer der größten Personalsteller.