UN OCHA-Kurs „Advanced Training on Analysis in Humanitarian Settings (ATAHS)“ in Berlin

20.09.2019

Ein wichtiger Bestandteil humanitärer Arbeit ist die richtige Bewertung von Bedürfnissen, um die Wirksamkeit notwendiger Hilfe sowie eine genaue Reaktionsplanung gewährleisten zu können. Um diese Analysefähigkeiten weiter auszubauen, fand das OCHA „Advanced Training on Analysis in Humanitarian Settings“ statt. Das ZIF engagierte sich als Gastgeber.

Die Aufgabe von OCHA ist es, die koordinierte Umsetzung von humanitären UN-Einsätzen, wie z.B. nach Naturkatastrophen oder Bürgerkriegen, durch Vernetzung relevanter Akteure vor Ort sowie der koordinierten Erfassung der Notbedürfnisse zu gewährleisten, um den betroffenen Menschen eine effektive Hilfe bieten zu können. 

Mit der diesjährigen Einführung des neuen Ansatzes zum Humanitarian Programme Cycle (HPC), der auch Gegenstand des vom ZIF organisierten HPC-Workshops im Juli 2019 war, wird eine verbesserte Herangehensweise bei der Zusammenstellung von Daten, deren Auswertung und der damit in Verbindung stehenden effektiveren Bedarfsanalyse und -bewertung sowie Maßnahmenplanung und -überwachung gelehrt.

Für den Kurs reisten 24 internationale humanitäre Expertinnen und Experten nach Berlin. Vertreten waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener OCHA-Regionalbüros und Hauptquartieren – darunter auch eine ZIF- Expertin – sowie anderer Organisationen wie Syrian Arab Red Crescent (SARC), Department for International Development (DFID), Europäisches Amt für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz (ECHO) und UNICEF. Ihre Expertise lagt größtenteils im Bereich Bedarfsanalyse. Auch Absolventen und Absolventinnen des UN-OCHA Kurses “Coordinated Assessment & Information Management (CAIM)“ oder “Information Management Preparedness and Coordination Training (IMPACT)“, die das ZIF ebenfalls als Gastgeber unterstützt, waren anwesend. 

Während des sechstägigen ATAHS Trainings vertieften die Teilnehmenden ihre Kenntnisse zur systematische Analyse von Krisensituationen und den Bedürfnissen betroffener Gruppen. Sie erhielten Einweisung in IT-Programme zur Auswertung vorhandener Kapazitäten sowie Risikobewertungen mit dem Ziel rechtzeitig relevante humanitäre Maßnahmen zu erkennen und zu veranlassen. Durch praktische, situationsbezogene Übungen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Trainingsinhalte anwenden und verinnerlichen. 

Da die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses in Dienststellen auf dem afrikanischen Kontinent, in Europa, im Nahen Osten sowie Süd- und Zentralasien arbeiten, entstand ein heterogenes und dynamisches Teilnehmendenfeld, welches zusammen mit den sechs hoch qualifizierten Trainerinnen und Trainern von OCHA und der International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) für eine sehr lebendige und positive Kursatmosphäre sorgte. Zudem konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusätzlich zu den im Training gelernten Inhalten auch gegenseitig von ihrer regionalen Expertise profitieren.

Seit 2011 arbeitet das ZIF, politisch und finanziell unterstützt durch das Auswärtige Amt, im Rahmen des Standby Partnership (SBP) mit OCHA zusammen. Das Programm trägt dazu bei, durch kurzfristige Bereitstellung und Trainings qualifizierter Experten die Koordination von Kriseneinsätzen zu sichern. Durch verschiedene Kooperationsaktivitäten mit OCHA trägt das ZIF somit zur Steigerung der Effektivität und Effizienz der internationalen humanitären Hilfe in komplexen Krisenlagen bei.