ZIF und Berghof Foundation trainieren zivile ExpertInnen in Friedensmediation

Fotos: ZIF

15.11.2018

Vom 21. bis zum 26. Oktober veranstaltete das ZIF in Berlin den Trainingskurs “Supporting Peace Negotiation and Mediation on Track I: Working Towards Comprehensive Peace Agreements” in Zusammenarbeit mit der Berghof Foundation. Mit „Track I“ werden in der Friedensmediation Prozesse auf der politischen und militärischen Führungsebene eines Landes bezeichnet, welche zentral nach der Vereinbarung eines Waffenstillstands sind.

Ziel des Kurses war den Teilnehmenden sowohl fachliche Kenntnisse als auch praktische Fertigkeiten für die Unterstützung und Durchführung solcher Prozesse - als Vermittelnde oder Teil eines Mediationsteams - nahezubringen und auf mögliche Herausforderungen einer solchen Rolle vorzubereiten.

Hierfür wurde während der Woche theoretisch, mit besonderem Fokus jedoch praktisch gearbeitet. Der Kurs folgte dabei der Idee, dass die Teilnehmenden direkt die Möglichkeit haben sollten, die theoretischen Inhalte anzuwenden und relevante Fähigkeiten auszuprobieren und zu schärfen. Höhepunkt des Kurses war die im Zentrum stehende zwei-tägige Simulation, basierend auf einem Konfliktszenario im fiktiven Land „Carbonia“. Darin wurden die Teilnehmenden nicht nur als MediatorInnen gefordert, sondern mussten sich auch in die vielzähligen Parteien eines solchen Konfliktes hineinversetzen.

Ein wichtiger Teil der Lernerfahrung war der Austausch innerhalb der Gruppe, in der viele in unterschiedlichen Kontexten an Friedens- und Mediationsprozessen beteiligt sind, so zum Beispiel im Südsudan und Bosnien Herzegowina. Somit brachten nicht nur die TrainerInnen, sondern auch die Teilnehmenden vielzählige eigene Erfahrungen aus dem Feld mit, was zu einer angeregten und produktiven Kursatmosphäre führte.

Ein weiteres Highlight der Woche war ein „Kamingespräch“ mit der Schweizer Botschafterin und renommierten internationalen Friedensmediatorin Heidi Tagliavini. In informeller Atmosphäre berichtete sie von vielen eindrücklichen Erlebnissen ihrer langen Karriere und bot somit einen beeindruckenden Einblick in den Alltag einer Vermittlerin in internationalen Konflikten.