"Informationsmanagement in humanitären Krisen“: ZIF richtet UN OCHA-Kurs in Berlin aus

Fotos: ZIF

06.06.2018

Vom 27. Mai bis 1. Juni 2018 lud das ZIF als Gastgeber zum „Coordinated Assessment and Information Management (CAIM) Training”, das vom UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (UN OCHA) entwickelt und durchgeführt wurde. Die Aufgabe von UN OCHA ist es, die humanitären UN-Einsätze durchzuführen, zu organisieren und zu koordinieren. Wichtig ist dabei, die relevanten Akteure vor Ort, zum Beispiel in einem Dürregebiet, zu vernetzen, und auch die "koordinierte Erfassung der Notbedürfnisse" zu gewährleisten. Eine solche Bestandsaufnahme, etwa was in welchem Umfang von wem gebraucht wird, ist grundlegend dafür, den betroffenen Menschen sinnvoll, effektiv und nachhaltig Hilfe bieten zu können. Je mehr es gelingt, die humanitären Bedarfe zuverlässig und präzise einzuschätzen, umso genauer können Reaktion und Einsätze geplant und somit auch die Wirksamkeit der internationalen humanitären Hilfe gewährleistet werden.

An diesem Training nahmen 29 humanitäre Fachkräfte aus verschiedenen OCHA-Regionalbüros, anderen UN-Organisationen, der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung sowie Partnern des OCHA-Surge Capacity-Mechanismus teil, darunter auch ein Mitglied des ZIF-Expertenpools.

Ziel war es, die schon vorhandenen Kenntnisse der Teilnehmenden zu koordinierter Bedarfserhebung und Informationsmanagement zu erweitern und sie somit bei Übernahme der Führungs- und/oder Unterstützungsrolle in humanitären Assessments zu unterstützen. Themen waren u.a. “Setting up Coordination”, “Design of data collection”, “Data collection”, “Data processing” und “Joint inter-sectoral Analysis”. Anschließend konnten die Trainingsteilnehmenden dieses theoretische Wissen in praktischen, situationsbezogenen Beispielen und Übungen anwenden.

Dass die engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses in Dienststellen auf dem Afrikanischen Kontinent, im Nahen Osten sowie Süd- und Zentralasien arbeiten, sorgte für einen heterogenen und reichhaltigen Erfahrungsschatz, die vier Trainerinnen und Trainer schufen zudem eine lebendige und positive Kursatmosphäre. Das gegenseitige Lernen über Regional-Erfahrung hinweg war somit ein weiterer Pluspunkt, den das Training bot.

Seit 2011 arbeitet das ZIF, politisch und finanziell unterstützt durch das Auswärtige Amt, im Rahmen des Stand- By Partnership (SBP) mit UN OCHA zusammen. Das Programm trägt dazu bei, durch kurzfristige Bereitstellung und Training qualifizierter Expertinnen und Experten die Koordination von Kriseneinsätzen zu sichern. Als ein zentraler Kooperationspartner von UN OCHA trägt das ZIF durch verschiedene Aktivitäten und Maßnahmen - wie etwa diesem Trainingskurs -  zur Steigerung der Effektivität und Effizienz der internationalen humanitären Hilfe in komplexen Krisenlagen bei.