10 Jahre HDP Nexus: ZIF Xchange beleuchtet Fortschritte und Herausforderungen in der Praxis
Anlässlich der Veröffentlichung des neuen „HDP Nexus Best Practice Compendium“ diskutierten internationale Expert:innen beim Format ZIF Xchange über ein Jahrzehnt Humanitarian-Development-Peace-Nexus.
Was ist der HDP Nexus?
Der Humanitarian-Development-Peace-Nexus (HDP Nexus) beschreibt die kohärente Verknüpfung von humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung. Das Ziel in fragilen Kontexten: Gemeinsame und aufeinander abgestimmte Lösungen zu entwickeln, um den Bedarf an akuter Nothilfe mittelfristig zu reduzieren und langfristige Entwicklungsprozesse möglichst konfliktsensibel zu festigen.
Neues Kompendium bündelt Erfahrungen aus 22 Ländern
Unter dem Titel „HDP Nexus at 10: A Decade of Progress(?)“ luden wir am 14. Oktober internationale und nationale Expert:innen zu einem hybriden ZIF Xchange ein. Anlass war der Launch des neuen HDP Nexus Best Practice Compendium, das im Rahmen der deutschen HDP Nexus Community of Practice, koordiniert durch das ZIF, entstanden ist.
Das Kompendium führt die vielfältige Praxis der vergangenen zehn Jahre zusammen:
- 27 Praxisbeiträge von 18 Partnerorganisationen
- Engagement von über 35 lokalen Partner:innen
- Projekte in 22 Ländern aus vier Regionen (Südasien, Osteuropa, Naher Osten und Afrika)
- Breites Themenspektrum von Ernährungssicherheit, mentaler Gesundheit und Migration bis hin zu Klimasicherheit sowie Frauen, Frieden und Sicherheit (WPS)
Perspektiven aus Politik, Wissenschaft und Praxis
Im Rahmen des Panels blickten Expert:innen aus unterschiedlichen Bereichen auf erreichte Erfolge, aber auch auf bestehende Hürden zurück. Die Runde brachte Blickwinkel aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Regierungshandeln und multinationalen Finanzierungsmechanismen zusammen:
- Marthe Wandou, Rechtsanwältin, Frauenrechtsaktivistin und Preisträgerin des Right Livelihood Award
- Dr. El Hadji Malick Sy Konare, regionaler Nexus-Experte (UNDP / Nexus Funding Facility Tschadsee) und vom ZIF sekundierte Fachkraft
- Damjan Vinko, Senior Berater für institutionelle Partnerschaften (Norwegian Refugee Council Deutschland) & Doktorand (Universität Freiburg)
- Henriette Sachse, stellvertretende Referatsleiterin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Erkenntnisse: Integrierte Ansätze stärken, Hürden abbauen
Der Rückblick zeigte eindrücklich: In der alltäglichen Praxis greifen die drei Säulen häufig schon ganz selbstverständlich ineinander. Die Erfahrungen der letzten Dekade unterstreichen, wie entscheidend das Zusammendenken dieser Bereiche ist, um nicht in isolierte Silo-Ansätze zurückzufallen.
Gleichzeitig benannten die Panelist:innen deutliche Reformbedarfe. Kritisiert wurden insbesondere die weiterhin oft zu kurzen Finanzierungs- und Projektzyklen internationaler Geber sowie die mangelnde Transparenz gegenüber Akteuren vor Ort. Gerade unter den Bedingungen schrumpfender Mittel und wachsender Bedarfe stellt der HDP Nexus einen wirksamen Ansatz für nachhaltige Lösungen in langanhaltenden Krisen dar.
Das zentrale Fazit des Abends: Eine wirksame und nachhaltige Umsetzung des HDP-Nexus gelingt nur über echtes Vertrauen in die Handlungsfähigkeit und Expertise lokaler Partnerorganisationen.