Dialoge und Netzwerke
Unsere Dialogformate bringen relevante Akteur:innen in Politik und Praxis auf nationaler und internationaler Ebene zusammen. Gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partner:innen treiben wir Ideen, Projekte und Standards voran. Im Zentrum stehen dabei die Leistungsfähigkeit von zivilen Krisenmanagement und die Effektivität von multilateralem Handeln.
Dialoge
ZIF Xchange
ZIF Xchange umfasst eine Reihe von Formaten zum Zuhören, Diskutieren und gemeinsamen Brainstorming. Das Ziel besteht darin, die Schwelle für einen offenen Meinungsaustausch über Fachgemeinschaften, Themen und Disziplinen hinweg zu senken. Auf diese Weise soll unsere kollektive politische Wirkung durch Wissensgenerierung und -transfer in einem geschützten Rahmen erhöht werden. ZIF Xchange bietet Formate, die auf die Interessen und Bedarfe der Teilnehmenden zugeschnitten sind – von persönlichen Treffen in Berlin und anderswo bis hin zu online Dialogreihen.
Seit 2024 haben wir ZIF Xchanges unter anderem zu Themen wie inklusive Friedensprozesse, Übergang von Friedenseinsätzen zu Friedenskonsolidierung, der aktuellen Lage im Nahen Osten und Sudan, Multipolarität in der Friedensmediation, aktuelle Trends in Friedenseinsätzen, aktuellen Entwicklungen in der humanitären Hilfe im Lichte der weltweiten Mittelkürzungen, hybriden Bedrohungen in Krisen- und Konfliktkontexten, Umsetzung des GSVP Civilian Compact 2.0 in Bezug auf Mediation und Dialogförderung, Friedensförderung im digitalen Zeitalter und vielen mehr durchgeführt.
Die ZIF Xchanges versammeln, je nach Thema, Vertreter:innen von internationalen Organisationen, nationalen und lokalen Nicht-Regierungs- und Fachorganisationen, Fachexpert:innen, Botschaften anderer Länder in Berlin sowie ZIF-Sekundierte und werden, teilweise gemeinsam mit Partner:innen, entweder vor Ort im ZIF-Stammhaus am Ludwigkirchplatz oder virtuell ausgebrichtet.
Berliner Expertendialog
Der „Berliner Expertendialog“ ist ein inzwischen etabliertes, vertrauliches Format, das wir gemeinsam mit unseren Partner:innen jährlich mit aktuellen Themen füllen. Dabei geht es vor allem um Fragen von unmittelbarer operativer Relevanz oder entstehende Policy-Prozesse. Zuletzt standen hier etwa die Zukunft von Friedenseinsätzen (2022) sowie Desinformation im Kontext von Friedenseinsätzen (2023) im Fokus.
ZIF Xchanges seit 2024
- Inclusive Peace Processes: How to get Women, Youth and Civil Society to the Table
- Supporting transitions with peacebuilding tools
- A new era of peacebuilding for a new global context
- Mit UNICEF zur Lage im Nahen Osten
- Mit EUSR Weber zur Lage im Sudan
- Mit 1-DA zu Multipolarität in Friedensmediation
- Zur Publikation „Fünf Trends in Friedenseinsätzen“
- Umsetzung von Mediationsaspekten des Civilian Compact 2.0 auf Feld Ebene
- (Humanitarian) Aid at a Crossroads
- Launch der Studie Hybride Bedrohungen
- “Peacebuilding in Fragile and Conflict-Affected Contexts: Operationalizing Resilience in the Digital Age
- Food for Thought Breakfast: Peace Operations in UN-Charted Waters
Trilateraler Dialog
Dieses Dialogformat bietet Teilnehmenden, meist Vertreter:innen internationaler Organisationen, die Möglichkeit des vertieften Fachaustauschs zu gemeinsamen Herausforderungen. Der Dialog zwischen Organisationen wie EU, UN, OSZE, AU und weiteren dient dem strukturierten Austausch über Aufgaben, Herangehensweisen und Lösungsstrategien bei der Transformation von Konflikten und dem Umgang mit Konfliktakteuren. Fokus kann aber auch die konkrete Zusammenarbeit zu gemeinsamen Themen oder in gemeinsamen Einsatzgebieten sein. So führte das ZIF im November 2023 in Kairo einen Workshop zum Thema Klima- und Umweltsicherheit in Einsätzen durch – gemeinsam mit adelphi, der UN, EU sowie Vertreter:innen anderer Regionalorganisationen (Arabische Liga, Afrikanische Union und andere) – mit dem Ziel Erfahrungen auszutauschen und die Zusammenarbeit zu stärken.
Bei früheren Dialogen standen Themen wie der Ansätze und Best Practices für Mediationsaktivitäten im Kontext besonders langwieriger und hartnäckiger Konflikte, der Umgang mit organisierter Kriminalität in Einsatzländern, Peace Operations Partnerships oder Strategien zur Stärkung von Rechtstaatlichkeit im Vordergrund.
DSRSG-Dialog
Seit über fünfzehn Jahren führen wir, in Zusammenarbeit mit dem United Nations Systems Staff College in Turin und dem Auswärtigen Amt, die „DSRSG Dialogue Series“ durch. Zielgruppe sind die stellvertretenden Missionsleiter:innen, die „Deputy Special Representatives of the Secretary General” aller UN-Friedenseinsätze. Sie haben in der strategischen und operativen Ausgestaltung der Mandatsumsetzung eine zentrale Rolle. Der Dialog wurde geschaffen, um diesen Führungskräften einen regelmäßigen „Peer-to-Peer“-Austausch zu ermöglichen. Angesichts der Budgetkürzungen lag der Fokus des DSRSG-Dialogs 2025 auf deren Auswirkungen auf Friedenseinsätze, auf Herausforderungen von Führungsverantwortung in wandelnden Zeiten und auf konkreten Empfehlungen für die im Zukunftspakt 2024 aufgetragene Review on the Future of all Forms of Peace Operations.
Communities of Practice
Deutsche Humanitarian-Development-Peace (HDP) Nexus Community of Practice
Seit 2024 koordiniert das ZIF die deutsche HDP Nexus Community of Practice. Diese besteht aus ca. 40 nationalen Fach- und Durchführungsorganisationen aus den Bereichen humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung sowie Think Tanks und Vertreter:innen des Auswärtigen Amts und dem BMZ. Die CoP bietet eine Plattform für Austausch, Beratung und gegenseitiges Lernen zwischen den beteiligten Organisationen zur Umsetzung des HDP Nexus und trifft sich regelmäßig zweimal pro Jahr. Je nach thematischem Schwerpunkt beteiligen sich auch Vertreter:innen internationaler Organisationen oder lokaler Partnerorganisationen aus den Einsatzländern an den Treffen der CoP.
Hervorgegangen ist die CoP aus der vom ZIF Ende 2023 ausgerichteten Workshopreihe zur Umsetzung des HDP Nexus in Länderkontexten, welche u.a. eine Reihe von Empfehlungen für (politische) Entscheidungsträger:innen entwickelte.
Berliner Peacebuilding Community of Practice (PB CoP)
Bei einem Treffen mit der Beigeordneten Generalsekretärin der Vereinten Nationen für Friedensförderung, Elisabeth Spehar, und Fachleuten aus dem Bereich Friedensförderung im Dezember 2024 schlug das ZIF die Gründung einer Community of Practice für Friedensförderung von in Berlin ansässigen Organisationen vor. Die CoP trifft sich seitdem anlassbezogen, wo möglich unter Einbezug von Implementierungspartner:innen. Auch das Auswärtige Amt nimmt an den Treffen teil.
Im Jahr 2025 standen der deutsche Vorsitz der VN-Kommission für Friedenskonsolidierung (PBC) und mögliche Beiträge der PB CoP zu den Prioritäten Deutschlands im Fokus. Daraus resultierte ein Kompendium bewährter Praktiken und innovativer Ansätze der Friedensförderung auf lokaler Ebene. Das Kompendium wurde mit dem deutschen Vorsitz sowie relevanten Partnern im VN-System geteilt, und von den entsprechenden Akteuren als hilfreiches Gesamtwerk empfangen.
Auch über den deutschen Vorsitz der PBC hinaus, tauscht sich die CoP zu Schlüsselthemen im Bereich der Friedensförderung, u.a. in Bezug auf die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren bei Friedensförderungsmaßnahmen, regelmäßig aus.
Netzwerke
©ZIF
Quadrilaterales Format
Gemeinsam mit unseren engsten Partnern, dem Migration and Conflict Directorate in Großbritannien, dem Crisis Management Centre in Finnland und der Folke Bernadotte Academy in Schweden, sind wir seit vielen Jahren im sogenannten „Quadrilateralen Format“ verbunden. Dort debattieren wir wichtige Ambitionen im Bereich Friedenseinsätze, Zukunft des Multilateralismus und engagieren uns für die Weiterentwicklung so grundlegender Themen wie beispielsweise Personalfürsorge (Duty of Care) oder Einsatzwissen. Mindestens einmal jährlich findet ein Treffen der vier Organisationen auf Leitungsebene statt, um Ideen auszutauschen, Initiativen abzusprechen und gemeinsame Strategien zu entwickeln. Daneben gibt es regelmäßige Treffen auf Arbeitsebene zu unterschiedlichen Fachthemen. Es ist geplant, dieses Format auch auf andere Partner auszuweiten.
International Forum for the Challenges of Peace Operations (Challenges Forum)
Das Challenges Annual Forum ist ein globaler Zusammenschluss von über 50 Organisationen aus 24 Ländern, die im Bereich der Friedenseinsätze aktiv sind. Die Mitglieder repräsentieren die großen truppen- und polizeistellenden Nationen sowie die Hauptgeberländer und umfassen auch die P5-Staaten des UN-Sicherheitsrats (die fünf ständigen Mitglieder China, Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA). Das Challenges Forum bietet – u.a. im Rahmen der jährlichen Konferenz – einen informellen Raum für Dialog und Reflektion, um Schlüsselaspekte und Herausforderungen multidimensionaler Friedenseinsätze zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Im Dezember 2024 war das ZIF Gastgeber des Challenges Annual Forum in Berlin. Über 100 Teilnehmende diskutierten dort die Zukunft von UN-Friedenseinsätzen.
Global Alliance for Peace Operations
Die Global Alliance for Peace Operations ist eine Forschungsgemeinschaft – ein Netzwerk aus Thinktanks, Forschungseinrichtungen und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich mit Friedensoperationen befassen und den Austausch und Transfer von Wissen innerhalb einer globalen Gemeinschaft von Partnern zu fördern. Die Allianz wird von einer Kerngruppe aus drei Organisationen geleitet: dem Global Governance Institute (GGI), Amani Africa Media and Research Services (Amani Africa) und dem Zentrum für Internationale Friedensoperationen (ZIF). Gegründet wurde die Alliance im Kontext des von Deutschland gehosteten UN Peacekeeping Ministerial 2025, um die systematische Einbindung der Zivilgesellschaft zu erleichtern und Wissen über Chancen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für UN-Friedensoperationen auszutauschen. Im November 2025 organisierte die Global Alliance gemeinsam mit anderen Netzwerken (EPON, Challenges Forum u.a.) eine Reihe von Workshops in New York zur Unterstützung der vom Zukunftspakt mandatierten Review of All Forms of Peace Operations; in enger Absprache mit den Verfassern der Review (Peace Operations Review Week, 5-7 November).
Effectiveness of Peace Operations Network (EPON)
Das Norwegian Institute of International Affairs hat gemeinsam mit über 40 Partnerorganisationen weltweit das Effectiveness of Peace Operations Network (EPON) gegründet, um gemeinsam die Effektivität von internationalen Friedenseinsätzen zu erforschen. Die EPON-Studien basieren auf mehrwöchigen Forschungsaufenthalten im Feld und bieten so Einblicke in die Realitäten der einzelnen Friedenseinsätze. Jede der Fallstudien beschäftigt sich mit einem ausgewählten Friedenseinsatz. Alle Einsätze werden mit einer einheitlichen Methodologie untersucht. Bereits durchgeführte EPON-Studien behandeln die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo), Mali, Somalia, den Südsudan, die Zentralafrikanische Republik (ZAR), Darfur, Kolumbien und die Ukraine. Zuletzt standen die Tschadsee-Region und der Schutz der Zivilbevölkerung in den vier großen UN-Missionen MINUSCA (ZAR), MINUSMA (Mali), MONUSCO (DR Kongo) and UNMISS (Südsudan) im Fokus.