Multilaterale Anstrengungen im Nahen Osten – ein Überblick mit dem neuen ZIF-Dashboard
Der Nahe Osten zählt historisch zu den Hauptregionen internationaler Friedenssicherung. Seit der Einrichtung der United Nations Truce Supervision Organisation (UNTSO) im Jahr 1948 hat sich das Feld multilateraler Operationen stark ausdifferenziert. Derzeit sind in der Region 21 Einsätze aktiv.
Die Entwicklungen seit Oktober 2023 und die darauffolgenden militärischen Auseinandersetzungen – darunter der Krieg im Gazastreifen, die Ausweitung auf Südlibanon sowie der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran seit Juni 2025 – haben die regionalen Sicherheitsstrukturen grundlegend verändert. In einem Dashboard bereitet das ZIF diese Neuordnung systematisch auf und macht die vielschichtigen Mandate und Akteursbeziehungen transparent.
Optionen für die Zukunft der internationalen Präsenz in Libanon
Auch die Debatte um die Nachfolge der UN-Interimstruppe in Libanon (UNIFIL) wird im Dashboard beleuchtet. Nach den Beschlüssen zum UNIFIL-Rückzug hatte UN-Generalsekretär António Guterres dem UN-Sicherheitsrat im Juni 2026 drei Handlungsoptionen für eine künftige UN-Präsenz vorgelegt:
- Option 1 (bis zu 5.525 Personen): Vier Bataillone inklusive Sicherheitsreserve und Beobachterkomponente, ausgelegt für die Überwachung der Zone zwischen der Blue Line und dem Fluss Litani.
- Option 2 (bis zu 3.370 Personen): Zwei Bataillone mit reduzierter operativer Reichweite.
- Option 3 (bis zu 1.980 Personen): Stark verkleinerte Präsenz mit eingeschränktem Beobachtungs- und Berichterstattungsauftrag.
Ergänzend beschreibt das ZIF die Überlegungen zu einer geplanten zivil-militärischen EU-Mission für Libanon, die komplementär zu UN-Strukturen die libanesischen Streitkräfte und Polizei stärken soll.
Ausblick
Als Sekundierungsorganisation, zuständig für die Rekrutierung, Ausbildung und Entsendung ziviler Fachkräfte, stellt das ZIF mit dem Dashboard Entscheidungsträger:innen im Auswärtigen Amt, im Deutschen Bundestag sowie Partner:innen bei den Vereinten Nationen und der EU eine evidenzbasierte Arbeitsgrundlage zur Verfügung. Das ZIF wird die künftigen Neuausrichtungen der zivilen und militärischen Instrumente in der Region weiterhin kontinuierlich beobachten, analysieren und im Rahmen von Fachformaten begleiten.
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