Zivile Expertise für die Debatten um Klimasicherheit bei der BCSC
Unter dem Motto „A climate for security, freedom and prosperity“ fand die 8. Berlin Climate Security Conference (BCSC 2026) statt. Das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) brachte sich wie in den Vorjahren als Partner in die Konferenz ein. Im Fokus der Fachgespräche und Side Events standen die komplexen Zusammenhänge zwischen Klimawandel, bewaffneten Konflikten und den Anforderungen an ein zeitgemäßes, wirkungsvolles ziviles Krisenmanagement.
Konkrete Handlungsansätze statt bloßer Absichtserklärungen
Den Auftakt der Konferenz markierte ein klarer Appell: "Unsere Sicherheit hängt auch vom Klima ab" - Klimawandel und Umweltzerstörung dürfen nicht als Nebenschauplätze der klassischen Sicherheitspolitik betrachtet werden, sondern bilden zentrale Einflussfaktoren für globale Stabilität. Die BCSC 2026, ausgerichtet von adelphi, dem Auswärtigen Amt und Climate Diplomacy, brachte internationale Expert:innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusammen, um aus wissenschaftlichen Erkenntnissen konkrete politische und operative Maßnahmen abzuleiten.
Tschadsee-Region: Klimawandel und nicht-staatliche bewaffnete Gruppen
Bereits am Eröffnungstag veranstaltete das ZIF gemeinsam mit dem European Centre of Excellence for Civilian Crisis Management (CoE), dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), CMC Finland und der Folke Bernadotteakademin (FBA) einen vertraulichen Fachworkshop. Im Mittelpunkt stand die Tschadsee-Region und die Frage, wie nicht-staatliche bewaffnete Gruppen die Folgen des Klimawandels für ihre Zwecke instrumentalisch nutzen. Die Teilnehmenden diskutierten maßgeschneiderte Anpassungsstrategien sowie die Weiterentwicklung ziviler Instrumente der Krisenprävention vor Ort. Die Ergebnisse der Arbeitssitzung fließen in einen bevorstehenden Fachbericht ein.
Evidenzbasierte Politikgestaltung in grenzüberschreitenden Krisenregionen
Ein weiteres High-Level-Panel veranstaltete das ZIF gemeinsam mit XCEPT in der Britischen Botschaft in Berlin. Unter der Moderation von Dr. Tobias Ide diskutierten Dr. Cedric de Coning (NUPI), Naji Abou-Khalil (Prosper Global), Nazanine Moshiri (Berghof Foundation) sowie die vom ZIF sekundierte Expertin Patrizia Albrecht (OSZE). Zentraler Diskussionspunkt war die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse aus grenzüberschreitenden Krisenkontexten in handlungsfähige und friedensfördernde Politik sowie operative Praxis übersetzt werden können.
Austausch mit sekundierten Expertinnen und Experten
Ein zentraler Gewinn der Konferenz war der direkte Austausch mit den vom ZIF sekundierten Fachkräften, die weltweit im Themenfeld Klimasicherheit im Einsatz sind und für die BCSC nach Berlin anreisten. Ihre Praxiserfahrungen aus den Einsatzgebieten liefern unersetzliche Impulse für die inhaltliche Weiterentwicklung der ZIF-Aktivitäten. Um den Herausforderungen an der Schnittstelle von Klima, Frieden und Sicherheit mit gezielter ziviler Expertise zu begegnen, wird das ZIF sein Engagement im Bereich Klimasicherheit fortsetzen. Die auf der BCSC 2026 erarbeiteten Ansätze fließen direkt in die laufende Analysearbeit sowie in die Vorbereitung und Beratung von zivilem Personal für internationale Friedenseinsätze ein. Das ZIF wird den engen Dialog mit seinen nationalen und internationalen Partner:innen fortsetzen, um zivile Handlungsoptionen im Kontext klimabedingter Sicherheitsrisiken weiter zu schärfen.