Direkt zum Inhalt

Workshop in New York: Internationale Partner diskutieren Zukunft von Koalitionen und Friedenseinsätzen

USA
AU EU UN
| ZIF-Meldung
Namensschild von Dr. Annika Hansen auf dem Workshop in New York

Welche Rolle spielen internationale Koalitionen künftig in Krisen- und Friedenseinsätzen? Und wie können sie mit VN-geführten Missionen, EU-Einsätzen oder afrikanischen Friedensoperationen sinnvoll zusammenwirken? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines hochrangigen Workshops, den das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) gemeinsam mit der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen am 8. Mai 2026 in New York veranstaltete.

Unter dem Titel “Coalitions as Partners, Rivals or Force Multipliers for Peace Operations” kamen rund 80 Vertreter:innen von VN-Mitgliedstaaten, den Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union, der Europäischen Union, Think Tanks sowie Praktiker:innen aus aktuellen Missionen zusammen. Ziel des Workshops war es, die Chancen und Risiken von Koalitionen in internationalen Kriseneinsätzen zu analysieren und Ansätze für ein besser abgestimmtes internationales Engagement zu diskutieren.

Koalitionen zwischen Pragmatismus und politischer Realität

Vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen und zunehmender Zurückhaltung im Sicherheitsrat bei der Mandatierung großer Friedenseinsätze gewinnen Koalitionen international an Bedeutung. Viele Staaten verbinden mit ihnen die Hoffnung auf schnellere, flexiblere und kostengünstigere Einsätze. Gleichzeitig wurde im Workshop deutlich: Koalitionen bringen erhebliche Herausforderungen mit sich, insbesondere hinsichtlich Legitimität, Rechenschaftspflicht und langfristiger politischer Wirkung.

Diskutiert wurden unter anderem Erfahrungen aus Haiti, Somalia, dem Sahel oder Timor-Leste. Dabei zeigte sich, dass kurzfristige militärische Stabilisierung nicht zulasten nachhaltiger politischer Lösungen gehen darf.

„Koalitionen können wichtige Beiträge leisten – insbesondere in Situationen, in denen schnelles Handeln gefragt ist. Entscheidend ist jedoch, dass sie in eine übergeordnete politische Strategie eingebettet sind und bestehende multilaterale Strukturen stärken, anstatt sie zu schwächen“, betont Dr. Annika Hansen, stellvertretende Leiterin des Bereichs Policy, Partnerships and Innovation im ZIF, die den Workshop moderierte.

Friedenseinsätze bleiben unverzichtbar

Ein zentrales Ergebnis der Diskussionen: Friedenseinsätze der VN, AU und EU verfügen weiterhin über entscheidende komparative Vorteile – etwa institutionelles Wissen, etablierte Rechenschaftsmechanismen, langfristige Präsenz sowie die Fähigkeit, politische und zivile Ansätze miteinander zu verbinden.

Die Teilnehmenden hoben hervor, dass Partnerschaften und strategische Kohärenz künftig noch wichtiger werden. Statt Konkurrenz zwischen verschiedenen Formaten brauche es eine bessere Verzahnung internationaler Akteure und ihrer jeweiligen Stärken.

Der Workshop knüpfte damit an aktuelle Debatten zur Zukunft multilateraler Friedenseinsätze an und unterstrich die Bedeutung innovativer Partnerschaften in einem zunehmend komplexen sicherheitspolitischen Umfeld.