Humanitärer Zugang in Krisenregionen: gemeinsames Training von ZIF und UN OCHA für MENA-Region
Eskalierende Konflikte, Sicherheitsrisiken und unterbrochene Lieferketten erschweren humanitäre Hilfe in Nahost und Nordafrika zunehmend. In einem gemeinsamen Training von ZIF und UN OCHA für 24 Fachkräfte aus der Region ging es darum, den lebensrettenden Zugang zu humanitärer Hilfe auszuhandeln und zu sichern.
Wachsender Bedarf, engere Handlungsspielräume
Der humanitäre Bedarf in der MENA-Region steigt kontinuierlich. Gleichzeitig wird es für Hilfsorganisationen immer schwieriger, Not leidende Menschen zu erreichen.
Die Ursachen dafür sind vielschichtig:
- Sicherheitsrisiken: Eskalierende Konflikte und fragmentierte Machtverhältnisse
- Infrastrukturausfall: Unterbrochene Transportwege und zerstörte Versorgungsnetze
- Druck auf das internationale humanitäre System: Zunehmende Unterfinanzierung und Infragestellung humanitärer Arbeit
Humanitäre Zugangsbeschränkungen dürfen jedoch nicht als gegeben hingenommen werden. Verhandlungen vor Ort sind der Schlüssel, um Barrieren abzubauen, Akzeptanz zu schaffen und Handlungsspielräume schrittweise wiederzueröffnen.
24 Fachkräfte aus der Region im Austausch
In der vergangenen Woche bildeten das ZIF und UN OCHA 24 humanitäre Expert:innen beim MENA Regional Access Training in Amman gezielt für diese Herausforderungen aus.
Die Teilnehmer:innen reisten aus Syrien, dem Libanon, den palästinensischen Gebieten, dem Jemen, Jordanien und Ägypten an. Sie brachten vielfältige Erfahrungen aus internationalen NGOs, lokalen Organisationen sowie UN-Agenturen mit. Dieser direkte Praxisaustausch schuf einen wertvollen Raum für gemeinsame Lösungsansätze.
Praxisnahe Inhalte für komplexe Einsätze
Das Training kombinierte fachlichen Input mit der Bearbeitung konkreter Fälle aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmenden.
Die Schwerpunkte:
- Internationales Humanitäres Völkerrecht und internationale Menschenrechtsnormen
- Zivil-militärische Schnittstellen: Koordination mit bewaffneten Akteuren, militärische Koordination und bewaffnete Eskorten
- Kontextanalyse, Datenerhebung und Benachrichtigungssysteme
- Community Engagement, Verhandlungsführung und Soft Skills
Starke Partnerschaften für wirksame Hilfe
Formate wie dieses vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern vernetzen Praktiker:innen nachhaltig innerhalb der Region.
Das ZIF setzt sich weiterhin dafür ein, humanitäre Akteure mit den nötigen Werkzeugen auszustatten, um Menschen auch unter extremen Bedingungen sicher erreichen können. Basis dieser Arbeit ist die bewährte und enge Kooperation mit verlässlichen Partnern wie UN OCHA.