ZIF diskutiert im Bundestag über Herausforderungen in 2026
Welche Krisen und Konflikte werden die internationale Politik im Jahr 2026 prägen? Dieser Frage widmete sich das ZIF im Rahmen der Veranstaltung „Headlines Before They Happen“ im Deutschen Bundestag. Gemeinsam mit mehreren Bundestagsabgeordneten und rund 40 Mitarbeitenden aus Abgeordnetenbüros und Fraktionen diskutierten die Expert:innen des ZIF internationale Entwicklungen und ihre Bedeutung für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Ausblick auf akute, wahrscheinliche und mögliche Krisen im Jahr 2026 auf Grundlage einer systematischen Auswertung internationaler Vorausschauen (u.a. von der International Crisis Group, dem European Council on Foreign Relations, der Eurasia Group, des Economist) des ZIF-Analysten Tobias von Gienanth. Das Format wird vom ZIF seit mehreren Jahren als „Review of Forecasts“ angeboten und fand erneut auf Einladung von ZIF-Aufsichtsratsmitglied Boris Mijatovic, MdB, sowie der ZIF-Geschäftsführerin Dr. Astrid Irrgang statt.
Unordnung und Unsicherheit
Die internationale Ordnung ist zunehmend von Unsicherheiten sowie Fragmentierung geprägt. Als besonders relevante Krisenherde für das Jahr 2026 wurden unter anderem der Nahe Osten, der Sudan, die Ukraine, Äthiopien, Eritrea, Myanmar sowie Haiti benannt. Die Anzahl der bewaffneten Konflikte ist weltweit so hoch wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Zudem sind rund 120 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht.
Laut dem aktuellen Bericht zur sozialen Ungleichheit der Hilfsorganisation Oxfam nimmt außerdem die Ungleichheit weiter zu. Aktuell besitzen die 12 reichsten Menschen der Welt bereits mehr Vermögen als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, was über 4 Milliarden Menschen entspricht.
Die ZIF-Expert:innen Tobias von Gienanth, Tobias Pietz und Andreas Wittkowsky machten deutlich, dass zivile Ansätze der Friedenssicherung angesichts wachsender globaler Unsicherheit notwendiger denn je sind und ziviles Krisenmanagement weiter gestärkt werden muss.