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Bekämpfung Organisierter Kriminalität

Die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität gilt als einer der zentralen Faktoren für Instabilität und Konflikte und hat unmittelbare Auswirkungen auf Friedenseinsätze. Vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt, destabilisierter Volkswirtschaften und ausgehöhlter staatlicher Strukturen gestaltet sich die Mandatsumsetzung in Friedenseinsätzen zunehmend schwierig. Das Bewusstsein um diese Problematik ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, und die Form der Befassung von Friedenseinsätzen mit der OK-Bekämpfung entwickelt sich stetig weiter. Auch gestalten manche Missionen, die nicht explizit zu einem Vorgehen gegen die organisierte Kriminalität beauftragt sind, aufgrund der Erfordernisse vor Ort entsprechende Aktivitäten und Programme. Diese lassen sich oft mandatierten Aufgabenbereichen wie >Polizei, >Rechtstaatlichkeit oder >Schutz der Zivilbevölkerung zuordnen.

Vor ihrem Abzug 2023 hatte die UN-Mission in Mali beispielsweise den Auftrag, der malischen Justiz technische Unterstützung bei ihrem Vorgehen gegen organisierte Kriminalität (darunter Menschen-, Waffen- und Drogenhandel, illegaler Handel mit natürlichen Ressourcen sowie Schleusung von Migrant:innen und Terrorfinanzierung) zu gewähren. MONUSCO in der DR Kongo und MINUSCA in der Zentralafrikanischen Republik unterstützen die Regierung, den illegalen Rohstoffhandel, der vor allem bewaffneten Gruppen zugutekommt, zu bekämpfen. Ebenso haben politische Missionen der UN in der Vergangenheit Maßnahmen zur OK-Bekämpfung durchgeführt. Regionalbüros wie UNOCA oder UNOWAS unterstützen lokale Kapazitäten zur Bekämpfung transnationaler Bedrohungen, einschließlich organisierter Kriminalität. Begleitend zu Friedenseinsätzen richten sich UN-Sanktionsregime gegen Einzelpersonen und Organisationen, um den Waffenhandel einzudämmen sowie Konfliktlösung, Friedenskonsolidierung und Menschenrechte zu unterstützen – beispielsweise in der Zentralafrikanischen Republik, in Jemen, Somalia oder Südsudan.

© Martine Perret

Auch die OSZE ist im Kampf gegen die organisierte Kriminalität aktiv. So ist die Unterstützung nationaler Akteure beim Kampf gegen Menschenschmuggel, Korruption und andere Formen der organisierten Kriminalität ein zentrales Anliegen der OSZE-Präsenzen in Bosnien und Herzegowina und in Montenegro. Dies erfolgt unter anderem durch die Fortbildung von Richter:innen und Staatsanwält:innen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Stärkung der Rahmenbedingungen für die strafrechtliche Verfolgung und auf der Harmonisierung nationaler Gesetzgebung in diesem Bereich mit internationalen Standards. 

Verschiedene EU-Missionen sind explizit mandatiert, sich mit den Bedrohungen durch die organisierte Kriminalität auseinanderzusetzen. So leistet Operation EUNAVFOR MED Irini einen Beitrag dazu, das Geschäftsmodell des Menschenschmuggels und Menschenhandels zu unterbrechen (>Maritime Sicherheit). EULEX Kosovo fördert internationale polizeiliche Kooperation, die EUAM Ukraine behandelt die organisierte Kriminalität im Zusammenhang mit Mandaten im Bereich Sicherheitssektorreform und Korruptionsbekämpfung, und EUBAM Libyen stärkt libysche Kapazitäten zur Bekämpfung von Terrorismus und grenzüberschreitender Kriminalität. 

Stand: 05.01.2026

 

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